Schüler der OBS Soltau fahren nach Frankreich

Nach einer langen Busfahrt mit wenig Schlaf und viel Harry Potter kamen wir am Donnerstagmorgen müde, aber gut gelaunt in zwei beschaulichen kleinen Gemeinden unweit von Tours an.

Nachdem das Austauschmaskottchen „Edgar“ übergeben wurde, ging es gleich los: In Soltau hatten die Franzosen ja gelernt, wie man deutsches Brot backt, jetzt erlernten unsere Soltauer Schüler wie eine traditionelle französische Baguette hergestellt wird  Nachdem sich unsere neuen Bäckermeister an den typischen Backwaren einer Boulangerie probiert haben, wurden mit den Austauschpartnern Pizzen gebacken, die natürlich sofort gegessen werden mussten – sie werden ja so schnell schlecht!

Am nächsten Morgen begann für einen Teil der Schüler der erste Schultag in Le Grand-Pressigny. Nach der Begrüßung durch die Schulleitung aßen unsere Schülerinnen und Schüler zum ersten man ein typisches französisches Frühstück – und das unterscheidet sich doch deutlich von unserem.Darauf folgte eine kleine Rallye, um Schule und Umgebung besser kennenzulernen. Auf diese Erkundungstour schloss sich ein gemeinsames Mittagessen an, bevor es, frisch gestärkt, mit Fahrrädern zu einer professionellen Töpferin ging, die unsere Schüler in die Grundlage dieses Kunsthandwerks einführte. Ja, eine Drehscheibe ist schon eine echte Herausforderung, wenn man nicht geübt ist.

Am Freitagmorgen folgte dann der Ernst des Lebens: Unterricht in einer französischen Schule. Doch die Sorge, dass französische Lehrer viel strenger sind als deutsche, hat sich zum Glück keineswegs bewahrheitet. Sie waren locker, aufgeschlossen und haben so manche Späße gemacht. Mithilfe ihrer Unterstützung konnten auch unsere Schüler dem Unterricht zumindest streckenweise folgen. Auf den Unterricht folgte eine Reise ins französische Mittelalter. Mit dem Bus fuhren wir zu einer nahegelegenen Burgin Montbazon, wo unsere Schüler an zwei verschieden Workshops teilnahmen konnten: Sie konnten sich Armbänder und Beutel aus Leder fertigen und sogar mit einer echten Armbrust schießen. Das Highlight war aber die Vorführung eines Katapultes.

Am Wochenende wurden nahegelegene Freizeitparks besucht: Im Futuroscope konnte man zum Beispiel den Zukunftstanz „Danse avec des Robots“ erleben. Der ZooParc de Beauval beeindruckte schon einmal durch seine Größe. Auf einer Fläche von 40 Hektar werden ungefähr 10.000 Tiere gezeigt, darunter ca. 2200 Vögel und etwa 1500 Tiere im Aquarium. Neben Pandas und Koalas beeindruckten hier vor allem die Robben- und Greifvogelshow.

Zu Wochenbeginn fuhren wir mit dem Reisebus dann nach Tours. Nach einer Rallye, um die Stadt am Fluss Loire besser kennenzulernen, wurde erst mal ausgiebig geshoppt und abends Bowling gespielt. Am nächsten Tag stand dann Kultur und Geschichte auf dem Programm: Es ging zum Wasserschloss Chenonceau, das neben Versailles von Touristen beliebteste Schloss Frankreichs, das auch „Schloss der Damen“ („Château des Dames“) genannt wird, da fast immer Frauen das Schicksal dieses im 13. Jahrhunderts errichteten Bauwerks bestimmten. Hier fanden ausschweifende Feste der französischen Krone statt. Nach einer Führung gingen wir in den wunderschönen Schlossgarten, wo einige von uns das Labyrinth erkundeten, aber glücklicherweise wieder hinausfanden.

Zurück in Le Grand-Pressigny: Der letzte Tag in Frankreich war informativ, lehrreich und spannend zugleich. Nachdem wir am Mittwoch die ersten beiden Stundenam Unterricht teilnahmen, fuhren wir in ein Steinzeitmuseum, wo Funde aus der Region ausgestellt wurden. In einer Führung lernten wir viel über die Kunst vor 4000 Jahren und im anschließenden Workshop konnten wir selbst einiges ausprobieren, zum Beispiel Feuer machen. Nachdem es mit Holzbrett und Stock nur ein bisschen Qualm gegeben hat, funktionierte die zweite Methode mit einem Feuerstein umso besser. Da sprangen die Funken und wir machen ein kleines Feuer mit einem Baumpilz.

Auch der schönste Schüleraustausch geht einmal zu Ende und das mit einer Abschlussfeierin Preuilly sur Claise.Es gab ein kleines Buffet und wir haben zusammen viele Erinnerungsfotos gemacht. Als Souvenir erhielten unsere Soltauer Schüler zudem noch Fotos mit ihren französischen Austauschschülern  Am Ende gab es die ein oder andere Träne auf beiden Seiten, aber dies war ja nicht das Ende vieler neuer Freundschaften, sondern erst der Anfang.

Der Austausch war auch für uns Französischlehrkräfte eine tolle Erfahrung.Sowohl in Soltau als auch in Tours haben unsere Schüler uns und ihre Eltern sehr stolz gemacht. Ihr ward respektvoll, offen, neugierig, verständnisvoll sowie zumindest meistens pünktlich und ihr habt euch auf das Abenteuer Austausch eingelassen. Wir danken Ihnen/euch und auch unseren französischen Austauschpartnern für die Unterstützung und den Spaß und freuen uns schon auf den nächsten Austausch!